Parität Bayern

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    Hier finden Sie häufig gestellte Fragen (Frequently Asked Questions - FAQ) zum Clubhaus-Modell 

1. Was bedeutet "Clubhaus"?

Ein Clubhaus ist ein Ort, an dem sich Psychiatrieerfahrene treffen, um durch gemeinsame Arbeit den Tag zu strukturieren. Das Clubhaus arbeitet nach international gültigen Clubhaus- Richtlinien, die vor allem Regelungen zu den Grundprinzipien Mitarbeit, Mitbestimmung, Mitverantwortung und Mitgliedschaft beinhalten.

Bei uns ist keiner "Patient" oder "Klient", sondern Mitglied im Clubhaus.

2. Was ist das Besondere am Clubhaus-Modell?

Basisdemokratische Prinzipien wie Mitbestimmung und Mitverantwortung sind wesentliche Pfeiler des Clubhaus- Modells. Jede Entscheidung, das Clubhaus betreffend, sei es die Farbe beim Streichen der Räume oder die Auswahl des Mittagessens, wird im Konsens getroffen. Ohne die Mitarbeit der Mitglieder würde das Clubhaus nicht funktionieren. Die Instanzen der Mitbestimmung sind die wöchentlich stattfindende Mitglieder- und Mitarbeiterversammlung, Gruppenbesprechungen und tägliche Kurzbesprechungen in den einzelnen Arbeitsgruppen.

Jeder hat in der Clubhausgemeinschaft Rechte und Pflichten und arbeitet eigenverantwortlich.

3. Was bringt mir die Mitgliedschaft im Clubhaus?

Ist man Mitglied im Clubhaus, ist man das ein Leben lang, unabhängig von der persönlichen Leistungsfähigkeit und dem gesundheitlichen Zustand.

Das Clubhaus bietet seinen Mitgliedern vieles. Zum Beispiel einen strukturierten Tagesablauf, der durch verantwortungsvolle und wichtige Tätigkeiten ausgestaltet wird.

Im Clubhaus steht die Freiwilligkeit an erster Stelle, man hat also stets die Möglichkeit zu entscheiden, welche Aufgaben man übernehmen möchte und wie man sie ausführt. Jeder fügt sich in die Clubhausgemeinschaft ein und hat somit seinen festen Platz. Egal welche Talente und Fähigkeiten ein Mitglied mitbringt, werden diese gefördert, und es besteht auch immer die Möglichkeit, neue Dinge zu lernen.

Durch ein selbständiges Erledigen der Aufgaben wird die Eigenverantwortlichkeit und das Selbstvertrauen der Mitglieder gefördert. Das Clubhaus ermöglicht es seinen Mitgliedern eigene Interessen und Belange einzubringen, wodurch das Zugehörigkeitsgefühl gestärkt wird.

Das Clubhaus bietet jedem Mitglied einen Ort zum hingehen, einen Ort zum zurück kommen, tragfähige Beziehungen und einen Ort um sich wohl zu fühlen.

Die Aufgaben und Arbeiten, die im Clubhaus anfallen, werden partnerschaftlich von Mitgliedern und Mitarbeiter erledigt. Kann man eine übernommene Aufgabe nicht alleine erledigen, kann man sich jederzeit Hilfe in der Gemeinschaft holen.

Auch bietet das Clubhaus darüber hinausgehende Unterstützung, wie z. B. Beratung, Begleitung bei Behördengängen usw.

4. Kostet die Mitgliedschaft etwas?

Die Mitgliedschaft ist, unabhängig von Einkommen oder Vermögen, für jedes Mitglied kostenfrei.

5. Wer ist der Träger des Clubhauses?

Die Clubhäuser Schwalbennest und München Giesing sind ambulante Einrichtungen der Paritätischen Sozialpsychiatrisches Zentrum München gGmbH.

6. Gibt es Clubhausfirmen?

Nein. Den Mitgliedern soll es letztendlich ermöglicht werden, zu bezahlter Arbeit zurückzukehren. Deshalb bietet das Clubhaus selbst keine Arbeitsplätze oder Clubhausfirmen an.

7. Kann ich hier meine Freizeit verbringen?

Im Clubhaus werden verschiedene Freizeitangebote gemacht, auch Feste werden gefeiert. Dies ist aber nur als ergänzendes Angebot zu sehen. Hauptinhalt der Mitgliedschaft ist der arbeitsorientierte Tag in der Clubhausgemeinschaft.

8. Wie werde ich Mitglied?

Besteht Interesse an einer Mitgliedschaft im Clubhaus, gibt es die Möglichkeit, an der Interessentenführung teilzunehmen, die einmal im Monat stattfindet.

Daraufhin kann man sich, wenn gewünscht, auf die Warteliste des Clubhauses setzen lassen. Für beide Gruppen, Küchengruppe und Bürogruppe, gibt es Wartezeiten. Bevor man Mitglied im Clubhaus werden kann, durchläuft man eine vierwöchige Orientierungsphase, in der einem das Konzept des Clubhauses und die Richtlinien in Gesprächen nahe gebracht werden.

In der Orientierungsphase ist es wichtig, den Clubhausalltag und die Abläufe im Haus kennen zu lernen. Deshalb sollte man während dieser Zeit mindestens einmal an der Mitgliederversammlung, an den wöchentlichen Gruppenbesprechung und an einem Richtliniengespräch teilnehmen. Ausserdem hat man in der Orientierungsphase die Möglichkeit, die anderen Mitglieder kennen zu lernen und sich auszutauschen.

Ist die Orientierungsphase durchlaufen, erfolgt eine offizielle Aufnahme im Clubhaus. 

9. Kann ich hier eine Ausbildung machen?

Eine Ausbildung wird im Clubhaus nicht angeboten. Jedoch bietet das Clubhaus vielfältige Möglichkeiten sich neue Fähigkeiten anzueignen und bietet bei Bedarf Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Bildungsangeboten.

10. Muss ich mich zu irgendetwas verpflichten?

Die Mitarbeit im Clubhaus ist freiwillig. Es steht den Mitgliedern frei zu entscheiden, wie regelmässig sie das Clubhaus besuchen und welche Aufgaben sie dort übernehmen. Jedoch würde das Clubhaus ohne die Mitarbeit der Mitglieder nicht funktionieren. Alle Arbeiten im Clubhaus dienen dem Ablauf des Clubhausalltags bzw. dem Erhalt der Clubhausgemeinschaft. Übernimmt man also eine Aufgabe im Clubhaus, ist man auch dafür verantwortlich, dass diese erledigt wird. 

11. Für wen ist das Clubhaus geeignet?

Die Mitgliedschaft im Clubhaus eignet sich für erwachsene psychiatrieerfahrene Menschen, die eine Tagesstruktur innerhalb eines Gruppenkonzeptes suchen.  

12. Ersetzt das Clubhaus eine Therapie?

Die Mitgliedschaft im Clubhaus kann eine Therapie nicht ersetzten, kann aber dabei helfen eine Therapie zu vermeiden.

Aktuelles aus den Münchner Clubhäusern

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